Postoperativer Pelvic Tilt und sagittale Balance nach transforaminaler lumbaler interkorporeller Fusion (TLIF)
Originaltitel: Postoperative pelvic tilt and sagittal alignment outcomes following Transforaminal Lumbar Interbody Fusion (TLIF).
Klinische Zusammenfassung
Hintergrund: Die lumbale interkorporelle Fusion (TLIF) zielt neben der Dekompression und segmentalen Stabilität auf die Wiederherstellung der physiologischen sagittalen Balance ab. Anhand von 817 TLIF-Patienten wurde untersucht, ob ein erhöhter Pelvic Tilt (PT ≥ 25°) sechs Wochen postoperativ das Erreichen des 1-Jahres-Ziels für die altersadjustierte Beckenkippung und Lordose (PI-LL) beeinträchtigt.
Ergebnisse: Patienten mit erhöhtem PT nach 6 Wochen erreichten das Ziel der harmonischen sagittalen Ausrichtung nach einem Jahr signifikant seltener als Patienten mit normalem PT (21,5 % vs. 56,5 %, p < 0,001). In der multivariablen Analyse erwies sich der frühe 6-Wochen-PT als unabhängiger Risikofaktor für ein verfehltes 1-Jahres-Alignment (Odds Ratio 0,41; 95 %-Konfidenzintervall 0,21–0,79; p = 0,008).
Klinische Relevanz: Ein postoperativ fortbestehender oder neu aufgetretener hoher Pelvic Tilt kennzeichnet ein unvollständig kompensiertes Profil. Die radiologische Messung des PT bereits 6 Wochen nach TLIF ermöglicht eine frühzeitige Risikoidentifikation für residuale Fehlstellungen.