Verletzungen der tibiofibularen Syndesmose: Diagnostik, Instabilitätskriterien und anatomische Rekonstruktion
Originaltitel: Injuries of the tibiofibular syndesmosis.
Klinische Zusammenfassung
Hintergrund: Bandverletzungen der distalen tibiofibularen Syndesmose treten entweder isoliert im Rahmen von Supinationstraumata oder als Begleitläsion instabiler Malleolarfrakturen mit Knöchelgabeldiastase auf. Wesentliche Instabilitäten entstehen ab der Zerreißung von mindestens zwei Bändern oder knöchernen Avulsionen der vorderen bzw. hinteren Tibiakante.
Diagnostik & Therapie: Die Computertomographie (CT) ist unverzichtbar, um rotatorische Subluxationen der Fibula in der Tibiainzisur präzise zu erkennen. Primäres Ziel der Operation ist die anatomische Reposition der Fibula in die Inzisur sowie die Retention durch Stellschrauben oder dynamische TightRope- bzw. Suture-Button-Systeme.
Klinische Relevanz: Das Langzeitergebnis nach Syndesmosenruptur hängt maßgeblich von der millimetergenauen Reposition der Fibula ab. Selbst minimale Restfehlstellungen von über 1–2 mm begünstigen die Entstehung einer frühzeitigen posttraumatischen Arthrose des oberen Sprunggelenks.